Intra- und interpersonelle Kompetenzförderung

Intra- und interpersonelle Kompetenz

im Führungsalltag

Ganzheitliche Optimierung von Führungsqualitäten

mit Elementen des Tango Argentino

Das Führungskräfte-Training zielt mit seinem ganzheitlichen Ansatz auf die Optimierung und Förderung von intra- und interpersonalen Kompetenzen. Das Tor dazu ist die körperorientierte Arbeit mit dem Tanz des Tango Argentino

Wozu ist intra- und interpersonelle Kompetenz überhaupt nötig?

Internationale Studien belegen, dass 50% des beruflichen Erfolgs auf Fachkompetenz basiert, die anderen 50% werden durch die intra- und interpersonelle Kompetenzen erzielt.

Die Einsicht, dass nicht nur die Zahlen und Bilanzen für den Erfolg eines Unternehmens stimmen müssen, sondern dass auch die soziale Effektivität einen wesentlichen Einfluss auf Qualität, Arbeitsleistung und Erfolg hat, ist in vielen Chefetagen noch nicht sehr verbreitet. Hohe Arbeitszufriedenheit und humanes Arbeitsklima können jedoch nur dann vorhanden sein, wenn insbesondere aktive oder zukünftige Führungskräfte und Manager ein tieferes Verständnis für das Gefüge der Wirkungskräfte von menschlichen Beziehungen und Interaktionen im Berufsalltag und für die eigenen Emotionen haben.

Diese Kompetenzen fehlen jedoch oft im Repertoire der Führungsqualitäten, da immer noch eine Reduktion des Menschen auf seine kognitive Ebene dominiert und die im Berufsalltag allgegenwärtigen Emotionen in den Hintergrund gedrängt werden. Entsprechend gross sind auch die Klagen über unsensible Führungskräfte, über die innere Kündigung der Mitarbeiter, nicht erfüllte Projektaufträge, hohe Fluktuationsraten, Mobbing usw. Wer sie jedoch hat und anwendet, wird eine hervorragende Arbeitsleistung erbringen.

Was ist intra- und interpersonelle Kompetenz?

Intra- und interpersonelle Kompetenzen enthalten zahlreiche Merkmale, die auch Bestandteil der emotionalen Intelligenz (nach Goleman) sind. Zunächst ein kurzer Exkurs zur Wortherkunft: „intellegere“ (lat.) bedeutet „einsichtig sein, erkennen.“ „Emovere“ (lat.) heisst „herausbewegen“.

Ganz allgemein gesagt umfasst die emotionale Intelligenz persönliche und soziale Kompetenzen, sie befasst sich mit dem Umgang mit sich selbst und mit anderen Menschen. Es handelt sich dabei um Fähigkeiten, die eigenen Gefühle zu erkennen, zu erleben, damit umzugehen, sie in die Tat umzusetzen, sich in andere Menschen einzufühlen und die Beziehungen zu anderen Menschen zu gestalten, um damit auch eigene Ziele zu erreichen.

Emotionale Intelligenz ist charakterisiert durch schnelle, spontane, intuitive Entscheidungen, deren Richtigkeit zunächst nicht in Frage gestellt wird. Die Handlungen erfolgen aus dem Bauch heraus, der Logik der eigenen Psyche folgend. Die emotionale Intelligenz hat daher einen aktiven Charakter. Sie ist sowohl erlernbar, als auch in gewissen Bereichen angeboren. Wie stark die einzelnen Anteile sind, ist noch nicht exakt erforscht.

Wie sieht das Konzept des Workshops aus?

Das Konzept des Trainings setzt sich in der Regel aus sieben Teilsequenzen zusammen. Aufgrund der ganzheitlichen Methode variiert die Schwerpunktsetzung in den einzelnen Phasen zwischen den drei Aspekten von Physis, Emotion und Kognition.

Phase 1: Einführung in den Tango Argentino: Erlernen von einfachen Elementen und Schrittabfolgen sowie Erlebnisübungen (tänzerisches Talent der Mitwirkenden ist keine Voraussetzung).

Phase 2: Themenorientierter Tanz: beim Tanzen wird der Fokus der Wahrnehmung und Aufmerksamkeit jeweils auf einen speziellen Themenaspekt gerichtet, so daß Selbstbeobachtung und Selbstwahrnehmung im Vordergrund stehen. Diese Phase mit ihrer Fokussierung auf die physische und emotionale Ebene hat einen grossen Stellenwert, da sie den körperorientierten Einstieg zu dem Thema von Führung markiert.

Phase 3: Reflektion: das von den Teilnehmern beim Tanz unmittelbar am Körper Erlebte und Entdeckte fungiert als Grundlage für den Transfer des zur Themenbearbeitung auf der kognitiven Ebene. In Reflektion, Zweiergesprächen, Gruppenarbeit und Diskussionsrunden liefern die Gegenüberstellung von Eigenperspektive und Fremdperspektive zahlreiche Informationen über die emotionalen Führungsqualitäten.

Phase 4: Transfer in den Berufsalltag: die im Tanz entdeckten Eigenschaften oder Problematiken werden im Hinblick auf Entstehen und Vorkommen im beruflichen Führungsalltag jedes Teilnehmers analysiert.

Phase 5: Entdecken von Veränderungspotentialen sowie Verbesserungs-möglichkeiten: mittels verschiedener Methoden wie z.B. Brainstorming, kollegialer Supervision und Rollenspielen werden für individuelle Situationen unter Einbezug der Sensitivität Veränderungen entdeckt oder Problemlösungen für die jeweilige Führungssituation erarbeitet.

Phase 6: Tänzerische Integration der neuen Ideen: im geschützten Rahmen lassen sich erste Erfahrungen über potentielle Wirkweisen der Veränderungen sammeln. Hier kann sich bereits auf der interaktionalen tänzerischen Ebene ein erster Erfolg des Trainings in neuer oder erhöhter Sensitivität oder Empathie gegenüber den anderen Teilnehmern zeigen.

Phase 7: Supervision nach 3-6 Monaten: zur Gewähr der Nachhaltigkeit empfiehlt sich eine siebte Trainingssequenz, um den Teilnehmern erneut Gelegenheit zur Reflektion in bezug auf geschehene Veränderungen oder noch ausstehende Verbesserungen zu geben.

Welche Themenkomplexe werden bearbeitet?

Zum Erlernen und Verfeinern von Emotionaler Intelligenz können in den Workshops während der sieben Phasen folgende Themenbereiche bearbeitet:

1. Selbstwahrnehmung (Bewusstwerden und Umgang mit den eigenen Emotionen, Bewusstwerden und Entfalten der persönlichen Wirkung und Ausstrahlung)<!--[endif]-->

2. Selbstmanagement (Zielsetzungsfähigkeit, Treffen von Entscheidungen, Impulssetzung mit Bewusstheit über die Konsequenzen, Verantwortungsübernahme für das eigene Handeln, Flexibilität, Improvisationsvermögen

3. Selbstmotivation (Leistungsantrieb, innere Einstellung)

4. Empathie

5. Beziehungsmanagement (Klarheit der Kommunikation, Vertrauen, Respektvoller Umgang,

6. Führen und Sich-führen-Lassen im Spannungsfeld von Agieren-Reagieren, Geben-Nehmen: Eigenschaften, Auswirkungen, Problematiken und das bewusste Wahrnehmen von zwei komplementären Rollen

7. Gender: Männer und Frauen in der Führungsrolle: Das Spannungsfeld der Geschlechter

Je nach Zielgruppe und Kundenwunsch können in der inhaltlichen Komposition durch Selektion einzelner Themenbereiche verschiedene, auf den speziellen Unternehmensbedarf ausgerichtete Schwerpunkte gesetzt werden. Das Workshopkonzept funktioniert wie ein Modulsystem.

Welches Prinzip liegt zugrunde?

Im Tanz wandelt sich innere unsichtbare Bewegtheit zu körperlich sichtbarer Bewegung. Elemente wie die Körperhaltung, Art und Fluss der Bewegung, Tanzhaltung, Stabilität der Körperachse, Körperspannung, Schrittgröße usw. zeigen sehr viele Facetten des Innenlebens einer Person auf. Tanz als nonverbale Kommunikation, und damit als authentischste Form der Kommunikation, kann ein Gefühl mitteilen. Die Bewusstheit über die Bewegungen schafft also gleichzeitig auch Bewusstheit über die Emotionen. Außerdem vermag körperliche Bewegung auch Denkstrukturen zu ändern. Durch das paarweise Tanzen einschliesslich Partnerwechsel wird der Fokus gleichzeitig auch auf die Teilnehmer-Interaktion gerichtet. Wahl der Tanzpartnerin/des Tanzpartners, Zusammenwirken und die Art des gegenseitigen Umgangs und Verständnisses verraten sehr viel über Fähigkeiten in der Interaktion.

Somit ermöglicht der Tanz des Tango Argentino durch das Erleben und Arbeiten mit dem eigenen Körper eine sehr intensive Bearbeitung des Themas Führung und Führungsqualitäten.

Welche Workshopziele können erreicht werden?

Durch die Bearbeitung der verschiedenen Themenschwerpunkte können die Teilnehmer sich verschiedenen Zielen annähern, Wege zum Erreichen erarbeiten oder Ziele erreichen:

1. Generieren, Optimieren und Intensivieren folgender Führungsqualitäten: a. die Selbstwahrnehmung eigener Emotionen und Persönlichkeitsmerkmale.b. emotionales Selbstmanagement zur Selbstbeherrschung von Gefühlen und Impulsen

c. Selbstmotivation

d. Empathie als Schlüsselfaktor für die soziale Effektivität meint Sich-hinein-Versetzen in andere Menschen und die Fähigkeit des Zuhörens

e. Beziehungsmanagement umfasst Überzeugungskraft, Konfliktmanagement, Zusammenarbeit, Inspiration und Motivation von Menschen2. Individuelle Analyse der Führungsrolle im Berufsalltag der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Bezug auf dieThemenkomplexe

3. Entdecken von Veränderungspotentialen und Finden von Lösungsansätzen in Problem- oder Konfliktsituationen des Führungsalltags durch Anwendung der vier Führungsqualitäten<!--[endif]-->

 

Das Potential des Tango Argentino

Wir verbinden in unserem Konzept zwei Elemente, die auf den ersten Blick überhaupt nichts miteinander zu tun zu haben scheinen: Tango Argentino sowie Veränderungsprozesse im Rahmen der Personal- und Organisationsentwicklung. Bei genauerem Hinsehen lassen sich jedoch erstaunliche Verbindungsmöglichkeiten zwischen den beiden Bereichen feststellen:

1. Der Tango Argentino ist in der Mitte des 19. Jahrhunderts an der Mündung des Rio de la Plata in Buenos Aires von einer Vielzahl eintreffender europäischer Einwanderer geschaffen und entwickelt worden, von Menschen also, die sich auf den Weg gemacht haben. Und gerade deshalb pulsiert in seiner Musik, in seinem Gesang und in seinem Tanz die Energie des Neuanfangs. Diese schöpferische Energie ist eine Seite der Medaille, denn ein Neuanfang zeigt sich nicht nur mit seinen schönen Seiten wie Neugier und Freude auf etwas Neues sowie Dabeisein mit Herzblut. Er ist unweigerlich verbunden mit Facetten wie Enttäuschung, Angst vor etwas Neuem, Sehnsucht nach dem Erhalt des Bestehenden. Dieses Spektrum menschlicher Facetten begleitet auch einen Veränderungsprozess in einer Organisation.

2. Der Tango ist ein Tanz. Tanzende Menschen haben Freude an der Bewegung, sie spüren körperliches Wohlbefinden und sind ausgeglichen. Zusätzlich hat körperliche Bewegung Einfluss auf das Denken eines Menschen: sie schafft auch Bewegung und Veränderung in den Denkstrukturen des Kopfes. Flexibilität und Kreativität erhöhen sich. Gezielte Förderung und Einsatz dieser menschlichen Potentiale spielen eine wichtige Rolle in Veränderungsprozessen. In eine Organisation kommt nur dann Bewegung, wenn sich auch die Menschen darin bewegen.

3. Im Tango begegnen sich Menschen, ein Mann und eine Frau tanzen für eine Zeit miteinander, sie gehen auseinander und begegnen anderen Menschen. Es ist ein permanenter Wechsel, ein Sich-Einstellen auf neue Tänzer und Tänzerinnen, einen neuen Tanzstil, andere Figuren, eine andere Persönlichkeit. Die Variabilität der Begegnungs-Situation und der Personen ist in Bezug auf Dauer und Qualität sehr gross. Auch Veränderungssituationen in Unternehmen erforder nimmer wieder neue Begegnungen und Abstimmung mit der komplexen Persönlichkeit anderer Menschen, angefangen von Telefonaten, über kurzzeitige Zusammentreffen bis hin zu einer länger dauernden Zusammenarbeit.

4. Die tänzerischen Begegnungen sind ein ganz klarer Spiegel von Beziehungsmustern. Tango Argentino ist nonverbale Kommunikation par excellence: Mann und Frau tanzen in enger Umarmung einen wortlosen Dialog: ein sensibles Gespür für den anderen ermöglicht es ihnen, gesendete Impulse zu empfangen und in die Bewegung des eigenen Körpers fliessen zu lassen. Die Körpersprache ist die authentischste Form der Kommunikation, denn der Körper lügt niemals. Elemente wie die gegenseitige Umarmung, die Position und Anspannung des Oberkörpers, die dortige Nähe der beiden Tanzpartner, Armposition der Frau, Haltung und Stabilität der Körperachse verraten sehr viel über die Beziehungsqualität des Paares, aber auch über Persönlichkeitseigenschaften jedes einzelnen Individuums. Die Beziehungen zwischen Menschen, zwischen Vorgesetztem und Mitarbeiter, zwischen Kollegen, in Arbeitsteams spielt in einem Unternehmen eine wesentliche Rolle und nimmt massgeblich Einfluss auf die Qualität und Effektivität von Kommunikation sowie Arbeitsergebnissen.

5. Der Tango lebt von der Initiative: ohne klaren Impuls und ohne klare Führung ist das Tanzen unmöglich. Dazu bedarf es der Bewusstheit des Mannes, vor der Ausführung einer Handlung genau zu wissen, was er tun möchte und wie und ob er das mit dieser Partnerin tun kann. Dann ist eine unmittelbare klare, nicht zögerliche Entscheidung notwendig zur Umsetzung des Gedachten in die Tat. Und trotzdem lässt man sich nicht nur vom Kopf leiten, auch der eigenen Intuition darf vertraut werden. Veränderungsprozesse brauchen ebenfalls ein exaktes Durchdenken und Planen unter Berücksichtung der vorhandenen Ressourcen und Spielräume, eine klare Zielsetzung sowie eine direkte und unmissverständliche Realisierung der Pläne.

 

 

Unsere Prinzipien: wie arbeiten wir?

Der Beginn unserer Arbeit ist selbsterklärend: wenn wir mit Tango Argentino arbeiten, werden unsere Teilnehmer/Klienten zuerst in die Grundlagen des Tango eingeführt, ohne jedoch einen kompletten Intensiv-Tango-Kurs zu absolvieren. Oftmals reichen einzelne, leicht und schnell erlernbare Elemente des Tango sowie Erlebnisübungen. Es wird paarweise getanzt, bevorzugterweise Mann und Frau. Eine ausgewogene Teilnehmerzahl ist jedoch ebenso wenig Voraussetzung wie tänzerisches Talent der Mitwirkenden. Wichtig für die Arbeit ist ein Partnerwechsel, es gibt ständig neue Bezugspersonen.

Beim Tanzen des Tango Argentino richten die Teilnehmer ebenso wie wir den Fokus ihrer Wahrnehmung entsprechend ihres Themenwunsches, bzw. ihrer Problemstellung auf ein spezielles Element. Das beim Tanz unmittelbar am Körper Erlebte und Gespürte wird in einer anschliessenden Reflektion versucht, in Worte zu transformieren. Hierzu bieten sich verschiedene Arbeitsformen wie Einzelgespräche mit uns, Zweiergespräche eines Paares oder mit uns, Gruppenarbeit, Plenumsrunden oder eine Kombination aus allem an.

Manchmal führt schon allein das Wissen oder die Bewusstheit über bestimmte Gegebenheiten zu einer Veränderung. Ist dies nicht ausreichend, werden wir gemeinsam mit den Beteiligten neue Lösungsmöglichkeiten oder Vorschläge erarbeiten und diese über erneuten Tanz auszuprobieren. Weitere Gespräche begleiten den Transfer der erarbeiteten Elemente in den individuellen Berufsalltag der Beteiligten und garantieren damit eine situationsgerechte Einbettung.

Aus dieser Art der Vorgehensweise ergeben sich bestimmte Qualitäten für unsere Arbeit. Sie zeichnet sich durch folgende Charakteristika aus:

 v Teilnehmerorientiert und personenzentriert: die Teilnehmer stehen im Mittelpunkt unserer Arbeit. Lösungen und Konzepte werden primär von den Teilnehmenden selber bearbeitet, wir begleiten und unterstützen die Menschen in diesem Prozess durch unser Wissen und Können. Durch diese Fokussierung auf die Eigeninitiative sind, im Gegensatz zur Vorgabe fixer Lösungen durch uns, die Veränderungen individuell abgestimmt und erhalten dadurch eine sehr hohe Akzeptanz durch die Personen selbst.

v Wertschöpfend: neue Ideen, Vorschläge und Lösungsansätze werden generiert.

v Prozessorientiert und improvisierend: wir haben keine fixen Pläne, welche Themen bearbeitet werden müssen; wir haben Planungen und Ideen, schöpfen jedoch aus dem Moment, indem wir Themen aufgreifen, von denen wir spüren, dass sie gerade bei den Teilnehmenden eine wichtige Rolle einnehmen und der Weiterentwicklung des Prozesses dienlich sind.

v Respektierend und akzeptierend: wir werten und urteilen nicht. Für uns ist jedes Individuum gleich wertvoll und wir versuchen, jeden dort abzu holen, wo er steht, um ihn optimal in seinem individuellen Veränderungsprozess zu begleiten.