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VERPASSTE SCHNELLBLEICHE

Schneller, höher, kraftvoller, effizienter: nicht nur die Wirtschaft erfordert die Optimierung unseres Tuns, auch unser Freizeitverhalten passt sich diesem Tempo an. Das Erbringen von Leistung ist ein hohes Gut – bloss im Erlernen des Tango Argentino macht man mit diesem hehren Prinzip Rück- statt Fortschritte. Bis man diese Kunst beherrscht, wächst man um einige Jahre.

 

Somit ist der Tango Argentino alles andere als ein Zeitbeschleuniger. Ganz im Gegenteil nimmt er ins Visier, was im Bruchteil einer Sekunde abgeht. Es zählt jede Fortbewegung, ja sogar der Gedanke, sich in eine bestimmte Position zu begeben. Wenn schon die Absicht wichtig ist, um wie viel mehr die Umsetzung! Ist die Langsamkeit, mit der das komplexe Tango-Geflecht gewoben wird, ein Lustkiller? Wenn Sie’s wirklich wissen wollen, wappnen Sie sich für den ersten entscheidenden Schritt...

 

Gdb./22.07.10 [Copyright 2010 by Pressebüro Infogold, Ronaldo Goldberger, Journalist BR]

 

ALTER SCHÜTZT VOR TANZEN NICHT

Kürzlich liess sich eine reizende Japanerin in der Hiltl Tango-Lounge über ihre Zukunftsvisionen wie folgt aus: „Ich habe vor zu tanzen, bis ich 60 Jahre alt bin“. Als ich ihr, die mit ihrem zarten Alter kokettierte und es partout nicht preisgeben wollte, entgegnete, im Tangoland Argentinien seien weit über achtzigjährige Tänzer beileibe keine Seltenheit, blieb ihr die Spucke weg.

Die Begebenheit spülte eine Erinnerung hoch. 2004 war’s – im Rotary Club von Belgrano in Buenos Aires. Dem Clubpräsidenten wurde zugetragen, der Schweizer Besucher sei ein Tangotänzer auf Weiterbildung. Ich wurde aufgefordert, mit meiner Partnerin spontan vorzutanzen. Gleichzeitig wurde ein Mann aus eigenen Reihen gebeten, ebenfalls seine Künste darzubieten. Und dieser Mann war 96 Jahre alt – bei meiner Treu!

Gdb./22.07.10 [Copyright 2010 by Pressebüro Infogold, Ronaldo Goldberger, Journalist BR]

 

TANGO UND RHYTHMUS – EIN VERQUERES PAAR

 

Tangomusik scheint jedermann intuitiv zu erkennen. Aber wie soll man auf ihren Rhythmus eingehen, wenn da andauernd ein gottvergessener Lyriker hintergründig dreinsingt, mal akzentuiert und pfiffig, mal ärgerlich gespreizt - somit uneeendlich langsam?  

Womit wir gleich beim (un)sinnigsten Thema wären: die gesungenen, teilweise selbst die bloss instrumentierten  Tangodramen erschliessen sich einem erst durchs dutzendfache Hinhören. Tangorhythmus gleicht dem Herzklopfen: je nach Tagesform, Anstrengung und innerer Bezogenheit ist letzteres ruhig oder hektisch.

Hinterm ausdifferenzierten Rhythmus verbirgt sich mithin d i e  Essenz des Tangolebens. Ihn als absoluten Massstab für die tänzerische Interpretation eines Tangostücks zu akzeptieren bedeutet in ergreifender Weise: endlich ist er angekommen - im Herzen nämlich! 

 Gdb./09.07.10 (Copyright 2010 by Pressebüro Infogold, Ronaldo Goldberger, Journalist BR)

 

 DER LIEBREIZ DES KONTRASTES

 

Wer sich in unseren Breitengraden unvoreingenommen in ein Tango Argentino-Lokal verirrt, beobachtet überrascht, dass Noblesse und Ungezwungenheit sowie Alltägliches mit Festlichem ineinander verwoben sind. Noch augenfälliger wirkt das Gegensätzliche, wenn man das frische Gesicht einer Gymnasiastin  in den Armen eines faltenreichen Rentners, der ihr Grossvater sein könnte, entdeckt.

Woher rührt die vielschichtige Unbekümmertheit, die den sportlich gekleideten Studenten neben der adretten Managerin im Hosenanzug, den in feines Tuch gewandeten Banker neben einer grell überschminkten, rückenfreien und obendrein hochhackigen Tänzerin zusammenführt? Wieso tanzt eine romantisch veranlagte Schönheit mit einem verschwitzten, eher als Flegel durchgehenden Halbstarken? Die Antwort hierauf ist schnell ergründet: im Tango vereinen sich spitze Gegensätze zu einem brodelnden Mix von Sehnsucht nach Spannungsausgleich.

Mit einem Blick auf die Tanzfläche erhascht man das Resultat: nichts ist bemühender, als wenn man krampfhaft nach Balance sucht. Und so wird im Überschwang schon mal unabsichtlich gerempelt und gestossen (ausser bei Könnern!), während bloss Meter neben dem Vorfall die von einem umsichtigen Gentleman geführte Dame mit geschlossenen Augen sich den Rhythmen einer alten Milonga-Schmonzette hingibt...  Gdb./09.06.10

Gdb./09.06.10 (

Copyright 2010 by Pressebüro Infogold, Ronaldo Goldberger, Journalist BR)

 

GUT GETROFFEN IST HALB GEWONNEN

Entzückt-entrückt kreischt aus dem Hintergrund eine Männerstimme ein langgezogenes, hochmoduliertes „Goooal“ ins Mikrophon. Nein, wir sind nicht  Zeuge von Dribbelkünsten und Treffsicherheit argentinischer Fussballgötter. Eben ist das dramatische und langgezogene Ende eines „tango canción“ angeklungen. Gesungene Lyrik tönt anders, ist man versucht zu denken. Doch der Tango Argentino windet sich im Schwibbogen kühn vom Sanftmütig-Sentimentalen hin zum schwurbelig Ekstatischen. Normales Leben scheint irgendwie ausser Kraft gesetzt.

Dabei fördert der südamerikanische Gesellschaftstanz ganz Prosaisches zu Tage: unterm Vorwand unsterblicher Musik, zu der man sich in schöner Robe einfach bewegen muss, trifft männiglich in Lokalen auf Leute, die einem teilweise intensiver ins Gesichtsfeld treten wie die eigenen Familienmitglieder. Ob Tänzer oder Tänzerin des Tango Argentino: man kann durchaus auch allein in den Ausgang gehen und gewärtigen, dass man im überschaubaren Kreis immer wieder auf Seinesgleichen trifft, somit nie allein ist. Dies, ohne explizit abgemacht zu haben. Wenn das nicht ein „Volltreffer“ ist?! Fast ist man versucht, seiner insgeheim Angebetenen „Goooal“ zuzuhauchen, wenn sie, gewandet im typisch hochgeschlitzten Rock, das Auge in einem der Milongas erhascht.

Gdb./18.05.10 (Copyright 2010 by Pressebüro Infogold, Ronaldo Goldberger, Journalist BR)

 

FLIRT MIT DEN AUGEN

Neugierig mustern sie Dein Gleiten übers Parkett, Deine Haltung, die feine Umfassung der angeschmiegten Dame. Weibliche Augen bestimmen, inwieweit dem Manne im Tango Argentino vergönnt ist, sein rhythmisches Gefühl, sein technisches Können und seine Führungsqualitäten unter Beweis zu stellen. Formell darf sich der Mann in der Pose eines „Machos“ gefallen; jedoch bestimmt die selbstbewusste Frau, inwieweit sie mit geschlossenen Augen sich aufs Wagnis einlassen möchte, mit Mister Unbekannt zu den Klängen des Vals cruzado in grazilen Schlaufen um die eigene Achse gedreht zu werden. Ein feines Nicken mit dem Kopf, „cabezeo“ genannt, ermöglicht dem „Jäger“ auf der Pirsch, sich seine „Beute“ zu fassen. So wollen es die alten Sitten und Gebräuche in Argentinien. Und sie bewähren sich weltweit! 

 

Gdb./09.04.10 (Copyright 2010 by Pressebüro Infogold, Ronaldo Goldberger, Journalist BR)

 

 WO DER GRUSS ENTBEHRLICH WIRD

Es gibt Dialoge, die keines Wortes bedürfen. Eine behutsame Umarmung reicht. Die Klangmuster alter Tango Argentino-Weisen modulieren den Herzschlag, die Muskeln straffen sich, zwei Menschen setzen sich in Bewegung. Sie schreiten, rhythmisch aufeinander abgestimmt, miteinander, getragen und inspiriert vom allgegenwärtigen Bandoneon. Vorgeblich drehen sie gegen den Uhrzeigersinn sinnlose Runden, tatsächlich zelebrieren sie die grösste Kunst des Zusammenseins auf nonverbale Art. Austausche im Tango Argentino sind verspielt, innig, mitunter auch ausgelassen. Harmonie im Paar ist höher gewichtet als technischer Firlefanz; mit Einfachheit und Eleganz im gemeinsamen Gehen befindet man sich bereits im himmlischen Vorhof.

Gdb./23.3.10 (Copyright 2010 by Pressebüro Infogold, Ronaldo Goldberger, Journalist BR)

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Der Tango Argentino hat im Verlaufe seiner Entwicklungsjahre einen Verhaltenskodex hervorgebracht, der das kreative Zusammenspiel zwischen den Geschlechtern mitsamt kritischen Subtilitäen regelt. 

Hier erfahren Sie einige Regeln, entnommen aus dem Buch
Auf der Spur der Umarmung vom Autor Gustavo Benzecry Sabá aus Buenos Aires:

- Der Mann schlägt der Frau die Umarmung vor.
- Das Paar tanzt erst nach den ersten Takten der Musik, nie sofort bei Beginn der Musik.
- Während einer Tanda wechselt man den Partner nicht.
- Auf der Tanzfläche müssen die Paare einen Sicherheitsabstand halten.
- Wenn es zu einem Anrempeln oder Zusammenstoß zwischen Paaren kommt, heben die Männer als Zeichen der Entschuldigung die Hand.
- Während der Pause zwischen zwei Musikstücken unterbrechen die Paare den Tanz und die Umarmung.
- Wenn man nicht weitertanzen möchte, bittet man um Entschuldigung und bedankt sich am Ende eines Stückes.
- Während der Cortina (Zwischenmusik, die die Tandas trennt) wird nicht getanzt, die Tänzer verlassen die Tanzfläche.
- Am Ende des Tanzes begleitet der Mann die Frau an ihren Tisch zurück.
- Wer vom Tisch aufsteht, muss den Stuhl an den Tisch heranschieben, damit andere Tänzer bequem zur Tanzfläche gehen können.
- Erfahrene Paare tanzen am Rand der Tanzfläche, weniger Geübte im Zentrum.
- Das Paar tanzt von Anfang bis Ende des Musikstückes auf der ausgewählten Bahn - es zieht keine Diagonalen auf der Tanzfläche.
- Wenn der Mann eines Paares mit anderen Frauen tanzt, so kann die Frau auch von anderen Männern aufgefordert werden (oder umgekehrt).

 

WO LIEGEN DIE WURZELN DES TANGO ARGENTINO? 

von Armin H. Eilenberg

Geboren wurde der Tango Argentino in den Bordellen, und diese Herkunft ist vielen Titeln und Texten früher Tangos deutlich anzumerken. Der erste namentlich bekannte Tango, der 1888 in Buenos Aires gespielt wurde,hieß „Dame la lata", „Gib mir das Blech". Das war die übliche Aufforderung der Zuhälter an die Prostituierten, wenn es ans Abkassieren ging.

Aus der Halbwelt verbreitete sich der neue Tanz schnell über die Armenviertel, eroberte den lateinamerikanischen Kontinent und machte bald auch jenseits des Ozeans Furore. Im Paris der Belle Epoque sorgte der Tango Argentino mit Sex und seiner unverhüllten Erotik für Skandale, in Deutschland ließ ihn Ludwig III. 1917 seinen Offizieren per Edikt verbieten. Aber all das konnte den Triumphzug der getanzten Leidenschaft nicht aufhalten. Auch wenn man in Europa natürlich diese anstößige Mischung aus Sinnlichkeit und Lebensgier des Tango Argentino zur vornehmen Kunstform Tango fürs Salonparkett domestizierte und — sozusagen zensiert und desinfiziert — wieder nach Südamerika rückimportierte. Aber dort hat der Tango Argentino seine Wurzeln im Volk nie verloren.

Quellennachweis: Auszug aus http://www.kultur-fibel.de/Tango-Argentino_Tanguera-Musical.htm

 

WAS BEDEUTET MILONGA?

Milonga ist sowohl eine Bezeichnung für einen südamerikanischen Tanz, als auch eine Bezeichnung für einen Tanzabend. Laut José Gobello (Präsident der Academia Porteña del Lunfardo) entstammt dieses Wort der afrikanischen Sprache Quimbunda und ist der Plural von mulonga - Wort. Milonga bedeutete am Río de la Plata synonym Gespräch, Erzählung und Gerede.

Milonga als Tanz

Musikalisch gilt die Milonga als die schnelle Vorläuferin des Tango. Anders gesagt kann der Tango auch als eine stark verlangsamte Milonga bezeichnet werden.

Sie entstand als Weiterentwicklung der Payada der Gauchos (im Gegensatz zur achtversigen Milonga war die sechsversige Payada allerdings meist improvisiert). Seit 1872 ist der Begriff Milonga mit der Nebenbedeutung "Tanzveranstaltung" belegt[1], und 1883 (Ventura Lynch) als Volkstanz par excellence.

Notiert wird die Milonga im 2/4- oder 4/4-Takt. Eine der Milonga sehr nahe Verwandte ist die noch ursprünglichere Candombe. Milonga wird regelmäßig in enger Umarmung getanzt, was einerseits eine genaue Führung durch den Mann voraussetzt, andererseits die Fähigkeit der Frau, die Führungsimpulse zu erkennen und umzusetzen.

Milonga als Tanzveranstaltung

 

Ort des Tangos

Tangotänzer (als Tanguera und Tanguero bezeichnet) treffen sich zu Milongas, um zu tanzen. Rund um die Tanzfläche sind Tische angeordnet, es wird Tango, Vals oder Milonga gespielt. Jeweils drei bis fünf Musikstücke eines Typs bilden sogenannte Tandas, die durch kurze Intermezzi (Cortinas) musikalisch unterbrochen werden können. Milongas finden regelmäßig (wöchentlich) statt, üblicherweise gibt es Tanzkurse oder Practica (Übungsstunden) vor Beginn und manchmal Show- oder Orchestereinlagen während der Milonga. Der Ablauf einer Milonga wird durch verschiedene Sitten geordnet, diese können durchaus von Veranstaltung zu Veranstaltung differieren. Auf einer traditionellen Milonga wird durch Aufnahme von Blickkontakt (mirada) zum Tanz aufgefordert, der Mann fordert stets die Frau auf. Üblicherweise unterhält man sich zwischen den Stücken über Belanglosigkeiten. Am Ende einer Tanda bedankt und verabschiedet man sich, der Mann geleitet die Frau zu ihrem Platz zurück. Sich zu trennen während eine Tanda noch nicht zu Ende gespielt wurde - oder gar vor dem Ende eines Stückes! - gilt als unhöflich und demütigend.

Quellennachweis: Auszug aus http://de.wikipedia.org/wiki/Milonga

Weltkulturerbe - Tango hat Einfluss auf Stress- und Sexualhormone

(Quelle: Eine Meldung der Deutschen Presseagentur)

Der gerade [Anm.: Ende September 2009] zum Weltkulturerbe ernannte Tango hebt nicht nur die Stimmung, sondern hat auch nachweislich Einfluss auf die Menge der Stress- und Sexualhormone.

Das mit Stress assoziierte Hormon Cortisol nimmt beim Tanzen ab, dagegen schüttet der Körper beider Partner in erhöhtem Maß das Sexualhormon Testosteron aus. Das fand die kolumbianische Psychologin Cynthia Quiroga Murcia in ihrer Doktorarbeit an der Frankfurter Universität heraus.

Nach Angaben der Hochschule vom Donnerstag entnahm Quiroga Murcia 22 Paaren vor und nach dem Tanzen Speichelproben und ermittelte deren Hormonkonzentration. Zudem bat sie die Tänzerinnen und Tänzer um eine Einschätzung ihrer Emotionen mit Hilfe eines standardisierten Testbogens.

Um herauszufinden, ob die Tango-Effekte eher auf die Musik, die Bewegung oder die Berührung mit einem Partner zurückgehen, untersuchte Quiroga Murcia die Faktoren getrennt und in verschiedenen Kombinationen. Es zeigte sich, dass die Reduktion des Stresshormons Cortisol vor allem der Musik zu verdanken ist. Die Ausschüttung von Testosteron geht dagegen auf den Kontakt und die Bewegung mit dem Partner zurück. Treffen alle drei Faktoren zusammen, sind die positiven hormonellen und emotionalen Reaktionen am stärksten.

Damit bestätige sich die empirische Erkenntnis von Paartherapeuten, die Tango-Tanzen dazu einsetzen, verfahrene Beziehungen zu retten, schreibt die Universität. Quiroga Murcia hat die Studie im Journal «Music and Medicine» (Bd. 1, Nr. 1, S. 14) veröffentlicht. Die Stipendiatin des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes (DAAD) lebt seit vier Jahren in Deutschland.

(Informationen: Cynthia Quiroga Murcia, Institut für Psychologie, Campus Bockenheim, Quiroga@psych.uni-frankfurt.de, Fachartikelnummer: DOI 10.1177/1943862109335064)

Argentinien und Uruguay hatten den Antrag auf Anerkennung des Tangos gemeinsam eingebracht und die "weltweite Symbolik" des Tanzes hervorgehoben. Frankfurt/Main (dpa)

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Das Wichtigste ist es zu wissen, warum wir tanzen wollen. Wir tanzen die Einsamkeit in uns, die wir durch nichts kompensieren können. Diese Lücke, in deren Leere wir Bewegung bringen, ist der Tango.

The important thing is to know why we want to dance. We dance a solitude that we have inside us and cannot occupy with anything. This gap, that emptiness to which we put movement is the tango.
Lo importante es saber para qué queremos bailar. Bailamos una soledad que tenemos dentro de nosotros y no la podemos ocupar con nada. Ese vacío al que le ponemos movimiento es el tango.
Carlos Gavito (1942 -2005)

Ein Blick in die Vergangenheit

Kein Tango für Offiziere

Offizieren in Uniform ist es ab dem 20. November 1913 verboten, Tango zu tanzen. Kaiser Wilhelm macht sich damit zum Vorreiter jener konservativen Kreise in Deutschland, die den argentinischen Salontanz als unsittlich verpönen und ablehnen.

In den Hafenvierteln von Buenos Aires entstand Mitte des 19. Jahrhunderts ein neuer Tanz: der Tango. Im Lateinischen bedeutet das Wort "ich berühre". Ein treffender Name. Zu aufwühlenden Harmonien und hart stakkatierten Rhythmen tanzten die Paare zum ersten Mal auf der Welt in engstem Körperkontakt. Mit ihren Bewegungen erzählen sie Geschichten von Schmerz und Sehnsucht.

In der "Encyclopedia of Latin America" ist über den Tango zu lesen: "Tango ist fordernde Leidenschaft, Zärtlichkeit, Melancholie und natürlich ein Spiel zwischen Mann und Frau. Er erzählt von gescheiterten Liebesbeziehungen, dem der Prostitution verfallenen Mädchen, Verlust der Jugend, des heimischen Stadtviertels."

Seine unverwechselbare, melancholische Stimme erhält der Tango durch ein Musikinstrument, das deutsche Einwanderer nach Argentinien mitbrachten: Eine kleine Ziehharmonika aus der Werkstatt von Heinrich Band in Krefeld, dem Bandoneon.

Aus Hafenkneipen in Paläste

Der wohlig-anrüchige Tanz aus den Bordellen und Hafenkneipen hielt bald auch Einzug in den Palästen der Oberschicht. Eine neue Technik entstand gleichzeitig mit dem Tango: die Tonaufzeichnung. Zuerst auf Phonographenwalzen, dann auf Schellackplatten reisten die neuen Klänge in die Alte Welt. Von der High Society in London und Paris wurde sie begeistert aufgenommen.

Bei jeder Soirée, in jeder Revue, auf jedem Ball wurde Tango getanzt. So sinnlich, wie der Tanz war auch seine Mode. Die Paare brauchten Bewegungsfreiheit, um die lasziven Verschränkungen des Tango ausführen zu können. Der Modeschöpfer Paul Poiret kreierte einen eigenen Tangolook. Er wurde zur Mode der Jahrhundertwende. Die Damen trugen ärmellose taillierte Überkleider, darunter knöchellange Pluderhosen oder hoch geschlitzte schmale Röcke aus Chiffon. Den Kopf zierten eng anliegende turbanartige Kappen mit ausladendem Feder- und Straußschmuck. Selbst allerhöchste Kreise goutieren die neue Freizügigkeit; der preußische Kronprinz war gerngesehener Gast bei den Damen der Tangoetablissements.

Wenig begeistert von der neuen Mode war das preußische Kaiserpaar. Der strengreligiösen Auguste Victoria waren Tanzvergnügen sowieso zuwider - und der Kaiser bevorzugte andere Rhythmen.

Der Tango, das Rinnsteinkind

Der Tango ist kein vornehmer Tanz. Der Tango ist ein Kind der Hafenkneipen. Im Tango drücken die Vergessenen am unteren Rand der Gesellschaft ihr Leiden aus, das passte so gar nicht ins kaiserliche Kunstverständnis.

Aber der Tango, das Rinnsteinkind, wie Kaiser Wilhelm II. ihn nannte, wollte sich zum Ärger des Kaisers in seinem Siegeszug einfach nicht mehr stoppen lassen. Der Kaiser fürchtete um die preußische Staatskultur. Der Anlass: Die Gräfin von Schwerin-Löwitz, Gattin des Landtagspräsidenten, veranstaltete einen Tango-Tee. Auf dem Parkett in sinnlichen Verschlingungen mit ihren Tänzerinnen Amtsträger, Diplomaten und hohe Militärs. Gipfel des Skandals: Veranstaltungsort war der Preußische Landtag.

Da griff der Kaiser durch. Wenigstens seine Lieblingsuntertanen, die Soldaten, sollten dem sündigen Treiben fernbleiben. Am 20. November 1913 erging ein Erlass, nach dem es Offizieren in Uniform verboten war, den Tango zu tanzen.

Viel Gelegenheit gab es ohnehin nicht mehr. Der Erste Weltkrieg verwüstete Europa. Danach gab es keinen Kaiser mehr. Aber immer noch den Tango. 
 Quellennachweis: http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/783/kein_tango_fuer_offiziere.html
 

Helden der Silberscheibe

Leitfaden für erfolgreiches Tango-Djing

© Melina Sedó • www.tangodesalon.de (mit freundlicher Genehmigung der Autorin hier veröffentlicht)

Die Musik ist das Herzstück einer Tangoveranstaltung, sie bringt uns zum Tanzen und

trägt maßgeblich dazu bei, dass der Abend ein Erfolg wird. Gerade für erfahrene

TänzerInnen ist die Musik ein entscheidendes Auswahlkriterium, wenn es darum geht,

eine bestimmte Milonga zu besuchen oder eine andere zu meiden. Wie oft schon sind

viele von uns weit gereist und hielten sich dann frustriert an ihrem Glas Rotwein fest,

weil die musikalische Gestaltung des Abends einfach nicht zum Tanzen einlud?

Aber auch für das tänzerische Wohlbefinden von Tangoneulingen spielt die Musik eine

große Rolle. Immerhin ist es gerade für sie wichtig, tanzen zu können, ohne zu viel

gedankliche Kapazität für all die wundervoll-komplexen Stücke aufbringen zu müssen, die

weder eine Melodie noch einen nachvollziehbaren Rhythmus besitzen.

Mit einem Wort: Auf dem DJ ruht eine große Verantwortung und Veranstalter, die einfach

CDs einlegen und wahllos durchlaufen lassen, tun weder sich, noch ihren Gästen einen

Gefallen. Natürlich hat nicht jeder die Zeit, sich erst einmal jahrelang mit der Musik zu

beschäftigen, aber es ist keine Hexerei, erfolgreich eine Milonga zu beschallen, wenn

man/frau sich an einige Regeln hält.

Diese kleine Abhandlung soll insbesondere dazu beitragen, jungen Szenen ohne

Musikexperten die musikalische Dramaturgie eines Abends zu erleichtern. Und, wer

einmal begonnen hat, sich mit den vielfältigen und großartigen Orchestern der

Tangogeschichte zu beschäftigen, den werden sie ohnehin nicht mehr loslassen.

Vorneweg noch eines: Ich bin Traditionalistin, was die Musik des Tango angeht. Dies

beeinflusst meine Einschätzung bezüglich tanzbarer, experimenteller oder untanzbarer

Musik. Natürlich hat hier jeder seine eigene Definition. Dennoch gebe ich zu bedenken,

dass die Tangos der „goldenen Aera“ fast ausschließlich zum Tanzen aufgezeichnet

wurden, während viele neuere Aufnahmen für die Bühne (Forever Tango Ochestra), zum

Zuhören (Piazzolla) oder zum Auschillen (Narcotango) gedacht sind. Das macht für mich

die Entscheidung einfach. Aber unabhängig von der Frage „Traditionell oder Modern“ gibt

es viele weitere Faktoren, die den erfolgreichen Ablauf einer Milonga beeinflussen. Auch

eine Milonga, auf der ausschließlich 40er-Jahre Tangos gespielt werden, kann ein

musikalischer Reinfall sein, wenn deren Auswahl, Kombination und Präsentation nicht

stimmt. So sei es denn:

 

1. Das Wichtigste zuerst: die Musik soll immer

 

tanzbar

sein und den verletzungsfreien Ablauf einer Milonga garantieren. Sehr expressive oder experimentelle Musik ermutigt oft

zu wildem Gerangel und vergrault Tangueros, die einfach nur innig tanzen möchten.

Einige experimentelle Runden (je nach Ausrichtung der Milonga) am Abend schaden

nichts, sie sollten aber nicht überhand nehmen. Tanzbare Musik bedeutet auf jeden Fall:

Die Stücke haben einen erkennbaren Rhythmus und eine Melodie und nicht zu abrupte

Tempowechsel.

 

2. Welche

 

Technik

(Schallplatten, CDs, Computer) verwendet wird, ist nicht  entscheidend. Wichtig ist nur, dass der Sound akzeptabel und das System stabil ist und

der DJ in seiner Handhabung geübt ist. Nichts ist störender als plötzliche

 Computerabstürze oder ein DJ, der nicht weiß, wie der Schieberegler des Mischpultes

funktioniert. Weitere technische Details (Welchen Software-Player verwende ich? Wie

stark müssen die Lautsprecher sein?) würden den Rahmen dieses Artikels sprengen. Hier

empfehle ich die Recherche in der Tango-DJ-Mailingliste. (Siehe Infokasten am Ende des

Artikels.)

 

3. Es ist völlig in Ordnung, die Musik für den Abend vorzubereiten, zum Beispiel durch

das Erstellen von

Playlists .

. Trotzdem sollte man immer noch flexibel genug sein, um auf die besondere Stimmung des Abends und Belange des Publikums einzugehen. Die schönsten D’Arienzo-Milongas taugen nichts, wenn fast ausschließlich AnfängerInnen anwesend sind, die viel besser mit den langsameren Stücken von Canaro zurecht kommen würden.

 

4. Es ist sehr sinnvoll, die Musik in

 Tandas 

zu organisieren. Eine Tanda beinhaltet 4-5 Stücke des gleichen Orchesters, vorzugsweise mit dem gleichen Sänger, aus einer bestimmten Epoche und

auf jeden Fall mit einer ähnlichen Stimmung. Somit können die Tanzenden für eine einschätzbare Zeit mit dem aktuell gewählten Partner tanzen.

Warum? Nun, vielleicht tanzt Mann A besonders gerne mit Frau B zu Di Sarli und hat sie

gerade erfolgreich aufgefordert. Er wird sehr enttäuscht sein, wenn nach einem einzigen

Tango dieses Orchesters direkt ein Titel von D’Arienzo folgt, den er lieber mit Frau C

getanzt hätte und den Frau B vielleicht gar nicht gerne mag, weil sie schnelle,

rhythmische Stücke nicht leiden kann. Nun werden die beiden entweder zu tanzen

aufhören oder sich durch einige Tangos quälen müssen. Eine solche Situation kann durch

den Einsatz von Tandas vermieden werden.

 

5. Milonga- und Vals-Tandas dürfen auch schon mal gemischt sein, was das Orchester

angeht. Hier sollte man allerdings darauf achten, dass die Stücke erst gegen Ende der

Tanda an Tempo zulegen, sonst verlassen die Paare nach dem zweiten Stück erschöpft

die Tanzfläche. Milonga- und Valstandas können daher auch etwas kürzer sein: Drei

Stücke reichen oft aus, um den Bewegungsdrang der Tanzenden zu befriedigen,

vorausgesetzt, es gibt genügend rhythmische Tangos über den Abend verteilt.

 

6. Eine weitere Ausnahmeregel: Die Auswahl tanzbarer Tangos der ganz alten Orchester

(Aieta, Marcucci, Brignolo, Ciriaco...) ist sehr begrenzt. Hier kann man deswegen

innerhalb einer Tanda auch die Ochester abwechseln. Ihr rhythmischer, eher langsamer

Stil gleicht sich ohnehin sehr. Aber: Nie mehr als 1-2 Tandas der „schrammeligen“

Stücke pro Abend spielen, da die Aufnahmequalität doch sehr dürftig ist.

 

7. Tandas sollten einer

Dramaturgie

folgen: Das erste Stück soll die Leute von den Sitzen reissen, dann könnten zwei interessante, aber vielleicht weniger bekannte oder gängige Titel

folgen und zum Schluss noch einmal ein echtes Highlight, damit man/frau die Tanzfläche mit einem besonders guten Gefühl verlassen kann.

 

8.  Cortinas (Vorhänge) sind kurze Einspielungen von Nicht-Tangos, die - zwischen den Tandas platziert - dazu dienen, Übergange zu

harmonisieren und die Tanzenden neu zu gruppieren. Sie verhindern, dass Tanzpaare zu lange aneinander kleben und fördern

damit die bessere „Vermischung“ der Gäste. Aber auch auf Milongas, wo grundsätzlich wenig gewechselt wird, machen Cortinas Sinn, weil sie die

Tandas musikalisch trennen, quasi den Gehörgang reinigen, bevor Neues hereinfliesst. Mir hilft das, das neue Orchester zu geniessen, ohne daß ich das

vorherige noch im Ohr habe. Ist wie das Gurgelwasser bei der Weinprobe.“ (Letzteres ein Zitat von Andreas Wichter, DJ des

Tangokombinats.) Natürlich dürfen Cortinas nicht zum Tanzen anregen oder das Publikum langweilen, daher sollten sie nicht länger als 45 Sekunden

dauern.

 

9. Ein harmonisches Verhältnis von Tango-Milonga-Vals ist: 2-3 Tangotandas, 1

Milongatanda, 2-3 Tangotandas, 1 Valstanda.

 

10. Da die Musik des Abends nicht eintönig werden sollte, bietet es sich an, regelmäßig

getragene oder romantische Tandas und flotte, rhythmische Musik

 abzuwechseln,

ohne jedoch zu krasse Übergänge zu produzieren. Insbesondere sollte man vermeiden:

• Milongas und Valses direkt aufeinander folgen zu lassen

• nach sehr romantischen oder dramatischen Tangos (Caló, Fresedo, Pugliese, späte gesungene Di Sarlis) unmittelbar Milonga zu spielen.

 

 11. Gute Milongas spielen unter anderem die Ochester von Canaro (langsam), Donato

und D’Arienzo.

 

12. Gute Valses spielen unter anderem die Orchester von Biagi, Caló, D’Arienzo (schnell),

Rodriguez (fröhlich), Troilo, Laurenz und De Angelis (toller Gesang von Dante & Martel).

 

13. Der Abend sollte eine

Gesamtdramaturgie

besitzen. Zum Beispiel so:

• Aufwärmphase mit leichtgängiger Musik (Canaro, Caló, Demare, alte Di Sarlis mit seinem Sextett, andere alte Orchester).

Viele AnfängerInnen kommen gerade zu Beginn einer Milonga und möchten die Situation nutzen, dass die Tanzfläche noch

nicht so voll ist. Dem sollte die Musik Rechnung tragen.

• Erster Höhepunkt mit rhythmischen Highlights (D'Arienzo, Biagi, Rodriguez, Orquesta Típica Victor) und Evergreens (Fresedo, Di Sarli mit Podestá

oder Rufino).

 

• Zwischenphase mit abwechselnd leichterer Musik (D'Agostino, Donato, De Angelis, Tanturi) und vielleicht 1-2 Experimenten. In dieser Phase und der

nächsten werden unter Umständen die fortgeschrittenen Paare auf der Tanzfläche überwiegen. Sie sollen durch anspruchsvolle Musik durchaus

gefordert werden.

 • Absoluter Höhepunkt mit Pugliese-Tangos, getragenen, späten Di Sarlis (auch mit Gesang), mitreissenden Valses oder dramatischen Stücken von

Biagi. In der Endphase keine Experimente, die Leute wollen noch ein paar besonders schöne Tanzerlebnisse haben. Gerade die letzten 2-3 Tandas

bestimmen das Gefühl, mit dem die TänzerInnen die Milonga verlassen. Als letzte Tanda bietet es sich an, Tango zu spielen, keinen Vals und nie

Milonga. Überhaupt sollte man mit Milongas in dieser letzten Phase eher zurückhaltend sein, der Großteil des Publikums ist erschöpft oder möchte

„schmusen“.

 In traditionellen Milongas schließt der Abend mit einer Version der Cumparsita.

 

14. Es ist nett, die letzte Tanda vorher anzukündigen, damit die Gäste mit den

Lieblingspartnern auf die Piste entschweben können.

 

15. Nach der offiziellen Milonga hört das Publikum gerne noch ein paar Nicht-Tangos:

Schmusemusik von Sinatra, Latin oder Pop. Einfach etwas Leichtgängiges, um den Abend

entspannt ausklingen zu lassen und die Gäste mit Musik im Ohr nach Hause zu schicken.

Nichts ist schlimmer als: Musik aus, Licht an, Stühle hochgestellt. Eine wirklich kalte

Dusche nach jedem Tangotraum. In Buenos Aires wird das häufig genau so praktiziert,

aber wir müssen ja nicht jeder Unart nacheifern, oder?

 

16. Das Wichtigste zuletzt: Wir legen Musik zum Tanzen auf und nicht, um unser eigenes

Ego zu befriedigen. Ihr meint, das habe ich schon unter Punkt 1 abgehandelt? Und wenn

schon: Man kann es nicht oft genug sagen! Natürlich wird jeder DJ und jede DJane mit

der Zeit einen eigenen Stil entwickeln und somit ist es auch in Ordnung, bestimmter

Musik den Vorzug zu geben oder „Hörerwünsche“ abzulehnen, wenn sie nicht ins

Gesamtkonzept passen. Aber: Letztendlich geht es darum, die Gäste zum Tanzen zu

animieren. Wenn die TänzerInnen sitzen bleiben oder abrupt die Piste verlassen, ist das

extrem schlecht und nur selten ein Zeichen dafür, dass sie den wunderbaren Tangos

zuhören wollen, ohne von der elenden Tanzerei abgelenkt zu werden.

Zum Schluss noch ein paar Worte an alle Veranstalter und Tangolehrer: Nicht jeder hat

die Kapazität, neben dem organisatorischen Teil oder dem Unterricht auch noch die

Verantwortung für die musikalische Gestaltung einer Milonga zu tragen. Es ist ideal,

wenn sich eine Person darauf konzentrieren kann. Niemand kennt sich mit Tangomusik

aus? Regt Euer Publikum oder Eure Schüler dazu an, sich mit der Musik zu beschäftigen,

vielleicht befindet sich im nächsten Anfängerkurs schon die kommende Djane der Szene.

Natürlich ist eine gewisse Erfahrung im Tanz hilfreich, wenn es darum geht, ein Gespür

für die Musik zu entwickeln, aber der Startänzer ist nicht unbedingt der beste DJ.

Und wenn Ihr jemanden motiviert habt: Hegt und pflegt diese Person, denn die „Helden

der Silberscheibe“ sorgen dafür, dass Eure Gäste glücklich und zufrieden sind.

In diesem Sinne wünsche ich viele tolle Tänze zu den schönsten Tangos, Milongas und

Valses aller Epochen.

 

Die Autorin:

Melina Sedó unterrichtet mit Ihrem Partner Detlef Engel Tango de Salón. Sie legt seit

einigen Jahren im Saarland und in den angrenzenden Regionen (Pfalz, Frankreich,

Luxembourg) auf und steht übers Internet im Austausch mit DJ’s aus aller Welt. Mehr

Informationen: www.tangodesalon.de

 

Wissenswertes im Internet:

Für sehr Neugierige und Profis: http://groups.yahoo.com/group/TangoDJ

Alles über Tangomusik & Orchester: http://www.todotango.com

Zum Aufbau einer CD-Sammlung: http://www.milonga.co.uk/tango/tangohome.html

Tangotexte: http://argentina.informatik.uni-muenchen.de/tangos/index.html

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Einige nachvollziehbare Verkehrsregeln auf der Tanzpiste

In einer Milonga zu tanzen ist ein bisschen so, wie auf einer Autobahn zu fahren. Es gibt Spuren: gewöhnlich zwei, eine innere und eine äußere Spur. Man kann die Spur nicht wechseln, ohne sich zu vergewissern, dass man dies auch sicher tun kann. Im allgemeinen ist es zu bevorzugen, die äußere Spur zu benutzen, da es dort eine Seite weniger gibt, mit der man kollidieren kann.
Die Raummitte ist eine Zone, die man nicht betreten darf. Dort zu tanzen ist gleichbedeutend damit, einen Spaziergang entlang der Mittelplanke der Autobahn zu machen. Man gefährdet sich selbst, seinen Partner und jeden anderen in seiner Umgebung. Es gibt keine Entschuldigung dafür, sich rückwärts zu bewegen, ständig die Spuren zu kreuzen oder jemanden den Raum abzuschneiden.
Es gibt eine simple Wahrheit, die sich zu vielen unserer Tango-Freunde entzieht: Tango ist kein Rennen: Es gibt keine Ziellinie. Es gibt daher auch keinen Grund zu überholen. Man kann so langsam oder so schnell tanzen wie man will, man kann so große Schritte machen wie man möchte – es ist aber nötig, dass die Geschwindigkeit, mit der wir uns um die Fläche bewegen, bei allen ungefähr dieselbe ist. Geduld! Wir haben genügend Techniken zur Verfügung, uns selbst abzubremsen, wenn das Paar vor uns sich nicht schnell genug weiterbewegt: Macht einen großen Schritt und haltet danach an. Oder dreht und dreht und dreht – und bewegt Euch mit jeder Drehung ein kleines bisschen vorwärts. Oder macht Rückwärtsschritte, aber macht niemals einen großen Rückwärtsschritt gegen Tanzrichtung. Es ist nicht falsch, Kilometer für Kilometer kleine Drehungen hinter der Person vor uns zu machen und darauf zu warten, dass sie sich weiterbewegen. Und es gibt natürlich die simple Cunita, sehr einfach und gut zu gebrauchen, um mit der Musik zu spielen. Geduldig zu sein gibt euch die Chance, kreativ mit Eurer Umgebung umzugehen (eine schöne Sache), anstatt wenig phantasievoll wie in einem Vakuum zu tanzen (wenig reizvoll).

Verfasst von Robin Thomas, New York

Entdeckt auf folgender Homepage:
http://www.tangobeso.de/euch/regeln.htm

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Die Begebenheit spülte eine Erinnerung hoch. 2004 war’s – im Rotary Club von Belgrano in Buenos Aires. Dem Clubpräsidenten wurde zugetragen, der Schweizer Besucher sei ein Tangotänzer auf Weiterbildung. Ich wurde aufgefordert, mit meiner Partnerin spontan vorzutanzen. Gleichzeitig wurde ein Mann aus eigenen Reihen gebeten, ebenfalls seine Künste darzubieten. Und dieser Mann war 96 Jahre alt – bei meiner Treu!